Presse & Briefe · 2020

Begegnungen & Presse

Ein Porträt im GEO Magazin und ein persönlicher Rundbrief.

GEO Magazin · April 2020

GEO · April 2020. Foto: Olaf Blecker · Text: Silia Wiebe
GEO · April 2020. Foto: Olaf Blecker · Text: Silia Wiebe

GEO Magazin Ausgabe (Geo Nr. 04/2020 “Illusionen”)
Fotograf: Olaf Blecker
Text: Silia Wiebe

Im Alter liebt man anders, erkannte Brigitte Halenta, 82, und thematisiert in ihren Büchern die bereichernden Erfahrungen des Älterwerdens.

Die Veränderungen meines Lebens kamen nicht über Nacht und nicht durch äußere Einflüsse. Sie sind das Ergebnis innerer Prozesse. Nach der Trennung von meinem zweiten Mann studierte ich Psychologie und arbeitete 25 Jahre als Psychotherapeutin. An den freien Wochenenden und im Urlaub saß ich über meinen Gedichten und Büchern am Schreibtisch. Schreiben ist für mich wie Atmen. Ich zog alleine drei Kinder groß. Da war kein Raum für Träume vom großen Ruhm als Schriftstellerin. Zehn Jahre schrieb ich an meinem wichtigsten Buch. Als der Roman „Die Breite der Zeit“ endlich veröffentlicht wurde, feierte ich meinen 70. Geburtstag. Eine Zeit des Aufbruchs und Neuanfangs. Der Roman und auch mein aktuelles Sachbuch stellen die lebenslange Entwicklung des Menschen in den Mittelpunkt. Es ist mir ein Herzensanliegen, Klischees zu demontieren wie z. B. die Auffassung, dass in der Sexualität Ästhetik und Erotik nicht voneinander zu trennen seien. Älterwerden bedeutet nicht automatisch ein Wenigerwerden. Ich lebe und ich liebe heute bewusster und mein Verständnis für die Zusammenhänge der Welt ist tiefer geworden. Es wäre wichtig, dass ältere Autorinnen ihre Romanheldinnen aus ihrer Perspektive erzählen lassen. Meistens lesen wir nur, was junge Menschen denken und fühlen, aber die haben oft eine klischeehafte Vorstellung vom Alter. Mir hat auch nicht das sprichwörtliche Enkelkind das Internet eingerichtet. Ich blogge und twittere mit Selbstverständlichkeit. Die Zeit, sich mit der modernen Technik zu befassen, ist auch ein Privileg des Alters. Genau wie das Schreiben. Dass ich nicht mehr beweisen muss, wer ich bin und was ich kann, und auch keine Eitelkeiten mehr befriedigen muss, macht meinen Blick frei und unabhängig.

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Ein Rundbrief

Buddha bei Hua Hin – von Brigitte Halenta 2015 besucht.
Buddha bei Hua Hin – von Brigitte Halenta 2015 besucht.

Liebe Freunde,

denke ich an Thailand, denk ich auch an Buddhas. Dieser hier residiert in der Nähe von Hua Hin, und ich habe ihn 2015 selbst besucht. Das ist fünf Jahre her, so lange war ich nicht mehr in Thailand. Und deshalb muss es dieses Jahr sein.

Ich bin fünf Jahre nirgendwo hingeflogen, da verteilt sich die Größe meines ökologischen Fußabdrucks hoffentlich auf fünf Jahre. Wenn ich mit der Eisenbahn nach Thailand fahren könnte, würde ich das wahrscheinlich vorziehen. Das Fliegen war mir noch nie so richtig geheuer und ich bin immer froh, wenn ich wieder festen Boden unter den Füßen habe. Aber ich möchte meinen Sohn, der dort lebt, wiedersehen und vor allem auch das zweijähriges Adoptivkind Ben.

Ich finde es großartig, dass ich mit 82 noch in der Welt herumfliegen kann, und wenn es nach mir geht, ist noch lange nicht Schluss. Ich habe für diesen Flug und für die so viel teuere Business Class lange gespart und hoffe, dass sich der lange Flug mit den teuer bezahlten Annehmlichkeiten weniger strapaziös gestaltet. Vor allem geht es mir darum, dass ich mich ausstrecken und bewegen kann und nicht 11 Stunden eingepfercht auf so einem Prokrustesstuhl sitzen muss.

Was ich so vom 5. Dezember 2019 bis zum 30. Januar 2020 erlebe, wird seinen Niederschlag bei Twitter finden. Unter dem Hashtag #oldisgreat könnt Ihr Eindrücke meiner Reise in Tweets verfolgen. Wer sie nicht bei Twitter auskennt, auch auf dieser website werden sie unter blog erscheinen.

Brigittehalenta.de/blog

Ich wünsche allen ein friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Herzlich
Brigitte

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